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Baustart für ein wegweisendes Zukunftsprojekt in Waiblingen: Ein starkes Signal für den Rems-Murr-Kreis

Innovativ, integrativ und wirtschaftlich: Landkreis löst den drastisch steigenden Bedarf an sonderpädagogischen Schulplätzen durch kluge Synergien mit seiner AWRM...

Mit dem offiziellen Baustart für die Kernsanierung des Gebäudes in der Stuttgarter Straße 110 in Waiblingen schlägt der Rems-Murr-Kreis ein neues, zukunftsweisendes Kapitel auf. Wo früher das Technische Landratsamt untergebracht war, entsteht ein innovatives, multifunktionales Begegnungshaus. Unter einem gemeinsamen Dach werden hier künftig eine moderne Außenstelle der Fröbelschule Fellbach und die Verwaltung der Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) vereint. „Dieses wegweisende Projekt zeigt eindrucksvoll, wie man Synergien nutzen und ganz unterschiedliche Bedarfe decken kann. Wir müssen gerade in Zeiten knapper Finanzen die Aufgaben des Landkreises ganzheitlich denken. Dieses Projekt ist ein Beitrag für stabile Landkreisfinanzen und gelebte Inklusion. Ich bin schon jetzt überzeugt, dass die AWRM und die Fröbelschule gut zusammenpassen“, so Landrat Dr. Richard Sigel, der zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats der AWRM ist.

Explodierende Schülerzahlen: Ein enormer sonderpädagogischer Handlungsbedarf
Der Fokus der Planungen liegt ganz klar auf dem steigenden Bedarf an sonderpädagogischen Schulplätzen im Landkreis. Die Zahlen der vergangenen Jahre verdeutlichen die akute Raumnot: Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler an der Fröbelschule Fellbach um sage und schreibe 136 Prozent gestiegen. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht: Für die kommenden sieben Jahre wird im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung ein weiterer Zuwachs um 37 Prozent auf ein neues, dauerhaftes Plateau von knapp 300 Schülerinnen und Schülern prognostiziert.

Da der Stamm-Standort in Fellbach räumlich vollständig ausgeschöpft ist und Containerklassen auf dem Parkplatz keine dauerhafte Perspektive bieten, musste eine nachhaltige, großzügige Lösung her. Die neue Außenstelle in Waiblingen bietet künftig Platz für rund 90 bis 100 Schüler und Schülerinnen der Haupt- und Berufsschulstufe, für die 15 barrierefreie Klassenzimmer sowie modernste Fach-, Pflege- und Therapieräume geschaffen werden.

Eine klassische Win-Win-Situation
Diese Partnerschaft ist ein Paradebeispiel für eine echte Win-Win-Situation, von der beide Seiten in höchstem Maße profitieren. Die bereits bewilligte Förderung für das Bauvorhaben spielt der AWRM und der Fröbelschule gleichermaßen in die Karten: Durch den Erwerb des Gebäudes nahe dem Waiblinger Bahnhof entsteht eine Symbiose, die weit über eine bloße Zweckgemeinschaft hinausgeht. Die AWRM kann hier ihre Vision von modernen, flexiblen Bürowelten und einem innovativen, nahbaren Kundenservice realisieren. Gleichzeitig kann sie die Fröbelschule unterstützen, indem sie genau den Raum zur Verfügung stellt, der so dringend benötigt wird.

Anstatt dass zwei separate, kostenintensive Bauprojekte realisiert werden müssen – was die Verschuldung des Landkreises belastet hätte –, teilen sich Schule und Verwaltung nun das Gebäude und nutzen wertvolle bauliche und organisatorische Synergien. Die AWRM verfügt über die notwendigen Investitionsmittel und schafft hiermit ein modernes Arbeitsumfeld für ihre rund 50 Mitarbeitenden in der Verwaltung und legt gleichzeitig gemeinsam mit der Fröbelschule das Fundament für ein einzigartiges soziales Projekt, das den Alltag aller Beteiligten bereichert.

Ganzheitlicher Mehrwert für den Kreishaushalt und die Bürger
Aus Sicht des Rems-Murr-Kreises ist das Projekt ein finanzielles und organisatorisches Meisterstück, das den Kreishaushalt bedeutend entlastet und eine zusätzliche Neuverschuldung verhindert.Von den geschätzten Gesamtinvestitionskosten von rund 30,3 Mio. Euro fließt eine beachtliche Fördersumme des Landes Baden-Württemberg von rund 12,6 Mio. Euro zurück in das Projekt. Dies entspricht einer Förderquote von rund 42 Prozent für die Gesamtmaßnahme. Die verbleibende Finanzierung von rund 17,7 Mio. Euro wird über eine steuerrechtliche Vermögensverwaltung der AWRM außerhalb des Abfallgebührenhaushalts abgewickelt. So entsteht ein hochmodernes, CO-neutrales Gebäude mit eigener Photovoltaik-Stromversorgung und hocheffizienten Wärmepumpen, das auch die langfristigen Betriebskosten um 30 bis 45 Prozent senkt.

Gelebte Inklusion: Brücken in den Arbeitsmarkt
Die eigentliche Besonderheit des Projekts liegt jedoch im integrativen Konzept, das weit über reine Raumbeschaffung hinausgeht. So soll beispielsweise der Schülerkiosk der Schule allen Mitarbeitenden im Gebäude offenstehen und dadurch den Jugendlichen praktische Erfahrungen im Verkauf bieten und so Berührungsängste im Alltag abbauen. Geplant ist darüber hinaus, den Schülerinnen und Schülern mit einfachen administrativen Aufgaben die Möglichkeit zu bieten, den echten Arbeitsalltag kennenzulernen. Auch ist mit dem neu geplanten Gebrauchtwarenhaus auf dem Entsorgungszentrum Winnenden perspektivisch eine enge Zusammenarbeit geplant, bei der die Jugendlichen eingebunden werden können. Die AWRM positioniert sich damit auch als potenzieller, inklusiver Arbeitgeber für die Zeit nach dem Schulabschluss.

Ein Gewinn für die Region
Der geplante Einzug im Herbst/Winter 2027 wird den Rems-Murr-Kreis nachhaltig bereichern. „Wir werden mit dem Projekt beweisen, dass wirtschaftliche Vernunft, ökologische Verantwortung und soziale Verantwortung keine Gegensätze sind, sondern sich durch eine ganzheitliche Perspektive ideal ergänzen“ unterstreicht Sigel für den Landkreis und die AWRM. In Waiblingen entsteht ein Ort der Begegnung, der Vorbildcharakter für das ganze Land besitzt.

 

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Stefanie Baudy
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